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Familienexperten fordern im 7. Familienbericht Elterngeld als Lohnersatz

Ein Umsteuern in der Familienpolitik fordern führende Familienexperten in ihrem am 16.08.2005 an die Bundesregierung übergebenen 7. Familienbericht. Ferner werden eine Bündelung aller Familienhilfen von Staat und Kommunen sowie ein flexiblerer Wechsel zwischen Beruf und anderen nützlichen Tätigkeiten wie die Familienbetreuung gefordert.

Familienministerin Renate Schmidt (SPD) begrüßte das Konzept, das längerfristig zu einer Familienkasse zusammengeführt werden soll, wofür man allerdings mehr als zwei bis drei Jahre Zeit brauche.

Der Vorsitzende der Expertenkommission, Hans Bertram, verdeutlichte die Hoffnung ein Elterngeld, bei dem berufstätige Väter oder Mütter ihr Gehalt vorübergehend vom Staat erhalten, könnte dem finanziellen "Achterbahn-Effekt" junger Familien wirksam begegnen.

Darüber hinaus wird ein "Optionszeitenmodell" vorgeschlagen bei dem sich Berufstätige vorübergehend vom Beruf freistellen lassen können, um sich der Familie, ihrer Weiterbildung oder anderen gesellschaftlich nützlichen Tätigkeiten widmen zu können. Das sehr starre Lebenslaufsystem in Deutschland solle durch solche Maßnahmen überwunden werden. Zur Regel solle die Familie mit zwei erwerbstätigen Elternteilen werden.

Die Bundesregierung ist vom Deutschen Bundestag beauftragt, mindestens in jeder zweiten Wahlperiode einen Bericht über die Lage der Familien in der Bundesrepublik Deutschland vorzulegen. Entsprechend hat Bundesfamilienministerin Renate Schmidt am 20.02.2003 die Sachverständigenkommission berufen.

Thematischer Schwerpunkt der Analyse ist die Balance von Familie und Arbeitswelt im Lebensverlauf. Untersucht werden der Wandel und die Stabilität von Familien sowie Veränderungen im Bereich Arbeit, Bildung und Wirtschaft. Daneben gehören die Geld- und Zeitökonomie von Familien, die Generationenbeziehungen zwischen Kindern, Eltern und Großeltern sowie die Veränderungen der Geschlechterrollen zu den Themenschwerpunkten des Familienberichts.

Der Bericht soll mit Hilfe von Zukunftsszenarien mittelfristige Perspektiven erschließen und Handlungsempfehlungen geben.

Mitteilung vom 17.08.2005