Die Ätiologie chronisch - entzündlicher Darmerkrankungen ist bisher ungeklärt. Es ist möglich, dass unter Mitwirkungen von psychischen Faktoren wie Stress, Konfliktsituationen eine Fehlreaktion des Immunsystems statt findet (Autoaggressionskrankheit). Hierbei werden Antikörper gegen das körpereigene Gewebe ausgeschüttet. Infektionen sind eventuell an diesem Prozess mitbeteiligt. Folge sind eine akute oder chronische Schleimhautentzündung des Dickdarm, oft in ganzer Ausdehnung und unter Beteiligung der tiefen Wandschichten.
Morbus Crohn
Der Morbus Crohn tritt meist im jugendlichen Alter, bei jungen Erwachsenen bis zum 30. Lebensjahr und manchmal schon bei Säuglingen auf. An den betroffenen Abschnitten des Darmes sind alle Wandschichten des Verdauungskanals entzündet. Bei einigen Patienten beginnt die Entzündung schon im Mund (Schleimhautablösung der Wangenschleimhaut).
Die Darmwand ist stark verdickt und weist entzündliche Granulome auf (knotenartige Gewebeneubildung).
Schleichender Beginn.
Meist schubweise, kolikartige Schmerzen treten als eines der
Morbus Crohn Symptome auf. Bei der Stuhlentleerung verstärkte Schmerzen im Unterbauch. Patienten haben etwa drei bis sechsmal am Tag Durchfälle. Meist ohne Blut - oder Schleimbeimengungen. Im akuten Stadium oft von Fieber begleitet.
Bei schwerem Verlauf können Abszesse, Fisteln und der gefürchtete Damverschluss (Ileus) auftreten. Die Diagnostik besteht aus der Blutabnahme, Ultraschall des Bauchraumes, Untersuchung der Stuhlproben. Eine Darmspiegelung des Dickdarms (Koloskopie), bei der Gewebeproben entnommen werden können, bringt näheren Aufschluss über die Erkrankung.
Die Therapie des Morbus Crohn sollte darin bestehen, dem Patienten Beschwerdefreiheit über lange Zeit zu verschaffen. Die Ernährung bei diesem Krankheitsbild besteht aus ballaststoffarmer Kost und entzündungshemmender Medikamente. (z.B. Azufildine, Glukokortikoide)
Da
Morbus Crohn aber seltens ausheilt, werden zumeist früher oder später die stark betroffenen Darmanschnitte reseziert (oprativ entfernt). Trotzdem können in angrenzenden Abschnitten erneut Entzündungen auftreten.
Colitis ulcerosa
Die
colitis ulcerosa beginnt im Rektum und breitet sich über das ganze Kolon aus. Die Entzündung ist auf Mukosa (Schleimhaut) und Submukosa begrenzt und führt zu oberflächlichen Geschwüren (Ulzerationen). In schweren Fällen auch mit geschwürigen Darmwandzerstörungen.
Auch hier ist der Beginn schleichend.
Die typische Symptomatik besteht in bis zu 20 mal tägliche, blutig - schleimigen Durchfällen. Begleitet wird die Krankheit von Fieber, Erbrechen, krampfartigen Bauchschmerzen und Gewichtsverlust. Komplikationen durch Geschwürsperforation und daraus entstehender Peritonitis (Entzündung des Bauchfells).
Desweiteren führen langanhaltende Entzündungen, die nicht behandelt werden zu Vernarbungen der Darmschleimhaut und können Verengungen (Stenose) hervorrufen. Die konservative Therapie entspricht der Morbus Crohn Therapie. Meist werden wegen der Gefahr einer Karzinomentstehung die betroffenen Dickdarmabschnitte jedoch früher oder später chirurgisch entfernt und ein künstlicher Darmausgang angelegt.
Quelle: Medizinisches Wörterbuch